Wasserdichte Uhren für Kinder: Was die Angaben bedeuten
Zuletzt aktualisiert am 10. Oktober 2026
Wasserdichte Uhren versprechen viel, doch das Wort „wasserdicht“ bedeutet auf Kinderuhren selten das, was Eltern erwarten. Eine Uhr, die Regen und Händewaschen übersteht, geht beim Sprung ins Schwimmbecken oft kaputt. Dieser Ratgeber erklärt die Angaben ATM, Bar und IP und zeigt, welche Uhr wofür taugt. Außerdem erfahren Sie, wie Sie eine nasse Uhr retten.
Inhaltsverzeichnis
Wasserdichte Uhren: Die Angaben und was sie bedeuten
| Angabe | Geeignet für | Nicht geeignet für |
|---|---|---|
| 3 ATM (30 m) | Regen, Händewaschen, Spritzer | Duschen, Baden, Schwimmen |
| 5 ATM (50 m) | Duschen, Schwimmen im Becken | Springen, Wassersport, Tauchen |
| 10 ATM (100 m) | Schwimmen, Schnorcheln, Wasserrutsche | Gerätetauchen |
| 20 ATM (200 m) | Wassersport, Tauchen ohne Gerät | Sättigungstauchen |
| IP67 | kurzes Untertauchen bis 1 m, 30 Minuten, ohne Bewegung | Schwimmen, warmes Wasser, Seife |
| IP68 | je nach Hersteller etwas mehr als IP67 | Schwimmen, Duschen, Sprünge |
Manche Hersteller schreiben bar statt ATM. Gemeint ist praktisch dasselbe, eine Kinderuhr mit 10 bar ist so dicht wie eine mit 10 ATM. Die Meterangabe ist kein Tauchtiefenversprechen. Sie stammt aus einem Drucktest im ruhenden Wasser, also ohne Bewegung. Beim Schwimmen und erst recht beim Sprung ins Wasser entsteht dagegen kurzzeitig ein Vielfaches dieses Drucks. Deshalb gilt die Faustregel: eine Stufe mehr wählen, als der Einsatz vermuten lässt.
Warum warmes Wasser und Seife schaden
Dichtungen bestehen aus Gummi. Warmes Wasser lässt Metall und Gummi sich unterschiedlich ausdehnen, und Seife und Shampoo greifen das Material an. Deshalb steht in vielen Anleitungen ausdrücklich, dass die Uhr nicht mit unter die Dusche darf, obwohl sie „wasserdicht“ ist. Salzwasser sollten Sie nach dem Baden mit klarem Wasser abspülen, Chlorwasser ebenso.
Was bei Kinderuhren zusätzlich zählt
- Verschraubte oder gesteckte Rückseite: Uhren zum Selbstöffnen für den Batteriewechsel verlieren nach dem ersten Wechsel oft ihren Schutz.
- Drücker und Kronen: Der angegebene Schutz gilt nur, wenn sie ganz eingedrückt oder verschraubt sind. Kinder spielen gern daran, deshalb lohnt sich ein Blick vor dem Schwimmen.
- Armband: Silikon und Kunststoff vertragen Wasser, Leder und Stoff dagegen nicht.
- Alter der Uhr: Dichtungen altern, deshalb ist der Schutz nach einigen Jahren nicht mehr derselbe.
- Smartwatches: Bei Uhren mit Lautsprecher und Mikrofon kann Wasser in die Öffnungen laufen, auch wenn die Elektronik geschützt ist.
Wasserdichte Uhren für jeden Einsatz
- Schule und Alltag: 3 ATM genügen, wenn Ihr Kind die Uhr beim Baden ablegt.
- Schwimmunterricht: mindestens 5 ATM, besser 10 ATM.
- Freibad und Wasserrutsche: 10 ATM.
- Smartwatch mit Ortung: Die meisten Modelle haben IP68 und dürfen deshalb nicht ins Schwimmbad. Eine Ausnahme ist die Garmin Bounce 2 mit 5 ATM.
- EIN SICHERES GEFÜHL: Diese Kinder-Smartwatch ermöglicht Ihnen eine Zwei-Wege-Kommunikation mit Ihrem Kind. Sie können miteinander telefonieren sowie Text- und Sprachnachrichten austauschen – bei aktiver LTE-Konnektivität.
Die beiden anderen verbreiteten Kinder-Smartwatches, Xplora X6 Play und Anio 6, sind nach IP68 geschützt und deshalb nicht fürs Becken gedacht. Robuste Digitaluhren für Kinder ohne Technik gibt es dagegen oft mit 5 oder 10 ATM, bei Ice-Watch für Kinder etwa die meisten Analog- und Digitalmodelle. Solche wasserdichten Uhren sind für Schwimmbad und Freibad meist die bessere Wahl.
Die Uhr ist nass geworden
- Uhr sofort abnehmen und mit klarem Wasser abspülen, wenn Salz oder Chlor im Spiel war.
- Außen trocken tupfen und die Uhr in einen trockenen, warmen Raum legen, aber nicht auf die Heizung und nicht in den Backofen.
- Beschlägt das Glas von innen, gehört die Uhr geöffnet und getrocknet, bei günstigen Modellen lohnt das aber selten.
- Bei Smartwatches Ladekontakte erst benutzen, wenn alles trocken ist.
Reis im Glas hilft übrigens nicht zuverlässig, denn die Körner nehmen Feuchtigkeit nur langsam auf und können Staub hinterlassen.
Wasserdichte Uhren: Häufige Fragen
Ist eine Uhr mit 3 ATM wasserdicht?
Nur gegen Spritzwasser, denn mehr verspricht die Angabe nicht. Händewaschen und Regen sind kein Problem, Duschen und Schwimmen dagegen schon.
Was bedeutet IP68 bei einer Kinderuhr?
Schutz gegen Staub und gegen zeitweiliges Untertauchen unter den Bedingungen des Herstellers. Schwimmen und Duschen sind damit jedoch meist nicht erlaubt.
Darf mein Kind mit der Smartwatch duschen?
Nur, wenn der Hersteller das ausdrücklich erlaubt. Warmes Wasser und Duschgel setzen den Dichtungen nämlich zu, obwohl die Uhr sonst dicht ist.
Wie lange bleiben wasserdichte Uhren dicht?
Dichtungen altern, gerade bei Uhren, die oft geöffnet werden. Nach einem Batteriewechsel ohne neue Dichtung ist der Schutz meist dahin.