GPS-Uhr für Kinder ohne Vertrag: SIM und Kosten
Zuletzt aktualisiert am 24. September 2026

„GPS-Uhr ohne Vertrag“ klingt nach einer Uhr, die nach dem Kauf nichts mehr kostet. So ist es nicht. Ohne Mobilfunkverbindung zeigt jede Ortungsuhr nur die Uhrzeit. Ohne Vertrag heißt deshalb: ohne feste Laufzeit. Dieser Ratgeber erklärt, welche Wege es gibt, was sie kosten und für wen sich welcher lohnt.
Inhaltsverzeichnis
Was „ohne Vertrag“ wirklich bedeutet
Die Uhr selbst wird ohne Vertrag verkauft, Sie zahlen den vollen Gerätepreis. Für Ortung, Anrufe und Nachrichten braucht sie trotzdem eine eigene Mobilfunkverbindung. Sie entscheiden nur, ob diese Verbindung an eine Laufzeit gebunden ist oder monatlich kündbar bleibt.
Achten Sie beim Kauf auf drei Dinge:
- Bindung: Läuft der Tarif 24 Monate, oder können Sie monatlich kündigen?
- Subvention: Ist die Uhr günstiger, weil ein Tarif mit Laufzeit dazugehört?
- SIM-Format: Braucht die Uhr eine Nano-SIM, oder arbeitet sie mit eSIM? Eine eSIM lässt sich nicht einfach gegen eine beliebige Prepaid-Karte tauschen.
Die drei Wege zur SIM
1. Tarif des Herstellers
Xplora legt der X6 Play eine SIM bei. Mit 24 Monaten Laufzeit kostet die Uhr 89 Euro und der Tarif 6,99 Euro im Monat, ohne Laufzeit 199 Euro und 9,99 Euro im Monat. Anio bietet zur Anio 6 einen eigenen Tarif ab 5 Euro im Monat ohne Mindestlaufzeit an. Bei der Garmin Bounce 2 läuft der Mobilfunk über ein LTE-Abo von Garmin für 10,99 Euro im Monat. Angaben der Hersteller, Stand September 2026.
Vorteil: Alles ist aufeinander abgestimmt, die Einrichtung dauert Minuten. Nachteil: Sie zahlen meist mehr als bei einer eigenen Karte, und mit Laufzeit sind Sie zwei Jahre gebunden.
2. Eigene Prepaid-Karte
Die flexibelste Lösung. Die Uhr braucht wenig: einige hundert Megabyte Daten im Monat, Telefonie und SMS. Passende Prepaid-Tarife gibt es je nach Anbieter für wenige Euro. Prüfen Sie vorher:
- Die Karte muss ohne Smartphone aktivierbar sein, manche Anbieter verlangen die Erstaktivierung im Handy.
- Die PIN-Abfrage muss sich abschalten lassen, sonst startet die Uhr nach jedem Akkuwechsel nicht mehr selbstständig.
- Manche Uhren brauchen 2G oder 3G, die es in Deutschland so nicht mehr gibt. Achten Sie auf ein Modell mit 4G.
- Prepaid-Guthaben verfällt bei einigen Anbietern, wenn längere Zeit nichts gebucht wird.
3. Zusatzkarte im Familienvertrag
Viele Mobilfunkverträge erlauben eine zweite Karte mit eigener Rufnummer, oft für wenige Euro im Monat. Das lohnt sich, wenn Sie ohnehin einen Vertrag mit ausreichend Datenvolumen haben. Eine reine Multi-SIM mit derselben Nummer funktioniert nicht, die Uhr braucht eine eigene Nummer.
Was kostet das im Jahr?
| Weg | Monatlich | In zwei Jahren | Bindung |
|---|---|---|---|
| Herstellertarif mit Laufzeit | etwa 7 Euro | etwa 168 Euro | 24 Monate |
| Herstellertarif flexibel | etwa 10 bis 11 Euro | etwa 240 bis 264 Euro | monatlich kündbar |
| Eigene Prepaid-Karte | etwa 3 bis 6 Euro | etwa 72 bis 144 Euro | keine |
| Zusatzkarte im Vertrag | etwa 3 bis 8 Euro | etwa 72 bis 192 Euro | je nach Vertrag |
Die Uhr selbst kostet je nach Modell zwischen etwa 90 und 300 Euro. Ein günstiges Gerät mit teurem Pflichttarif kann am Ende teurer sein als eine teurere Uhr mit freier SIM-Wahl.
Welche Uhr passt ohne Laufzeit?
- Anio 6: braucht ohnehin eine eigene Nano-SIM, Sie sind bei der Wahl frei.
- Xplora X6 Play: auch ohne Laufzeit erhältlich, dann kostet die Uhr deutlich mehr.
- Garmin Bounce 2: Der Mobilfunk läuft nur über das Abo von Garmin, dafür ohne Mindestlaufzeit.
Die drei Modelle unterscheiden sich außerdem deutlich bei Preis, Akku und Kamera. Für alle gilt: Die Ortung per GPS funktioniert nur, solange die SIM aktiv ist.
Uhren ganz ohne SIM
Wenn Ihnen Ortung und Telefonie nicht wichtig sind, kommen Sie ohne laufende Kosten aus. Eine robuste Digitaluhr oder eine Lernuhr kostet einmalig 15 bis 40 Euro. Für jüngere Kinder ist das oft die sinnvollere Wahl. Manche Smartwatches ohne SIM bieten Schrittzähler und Spiele, orten aber nicht und können nicht telefonieren.
Häufige Fragen zur GPS-Uhr ohne Vertrag
Gibt es eine GPS-Uhr ganz ohne monatliche Kosten?
Nein, nicht mit Ortung in Echtzeit. Die Uhr muss ihre Position über das Mobilfunknetz senden, und das kostet. Ohne SIM bleibt nur die Uhrzeit.
Kann ich eine vorhandene SIM-Karte nutzen?
Meist ja, wenn es eine Nano-SIM mit eigener Nummer, Datenvolumen, Telefonie und SMS ist und die PIN-Abfrage abgeschaltet werden kann. Bei Uhren mit fest eingebauter eSIM geht das nicht.
Wie viel Datenvolumen braucht die Uhr?
Für Ortung und Nachrichten genügen meist wenige hundert Megabyte im Monat. Wer viele Sprachnachrichten oder Fotos schickt, sollte ein Gigabyte einplanen.
Lohnt sich der Tarif des Herstellers?
Wenn Sie es bequem mögen und die Uhr sofort funktionieren soll, ja. Wer rechnet und die SIM selbst besorgt, spart über zwei Jahre oft 50 bis 100 Euro.